Kraniofaziale Fehlbildungen
Informationen zu Diagnose, Ernährung, Operation und Sprachentwicklung bei isolierter Gaumenspalte.
Die isolierte Gaumenspalte (Q35) ist nur innen sichtbar – Lippe und Kiefer sind intakt. Sie wird pränatal oft nicht erkannt und nach der Geburt durch klinische Inspektion diagnostiziert. Babys können keinen Saugsog aufbauen; spezielle Flaschen ermöglichen dennoch Muttermilch. Der Gaumenverschluss erfolgt meist im Alter von 9–18 Monaten.
Was ist eine isolierte Gaumenspalte?
Bei der isolierten Gaumenspalte (ICD-10 Q35) ist ausschliesslich der Gaumen gespalten – Lippe und Kiefer sind intakt und äusserlich unauffällig. Die Fehlbildung ist damit von aussen nicht sichtbar und wird im Ultraschall häufig nicht erkannt.[1]
Eine Sonderform ist die submuköse Gaumenspalte: Die Schleimhaut ist intakt, aber der darunter liegende Muskel und/oder Knochen sind nicht vollständig vereinigt. Typische Zeichen: gespaltenes Zäpfchen (Uvula bifida), Delle in der Mittellinie des weichen Gaumens, submuköser Knochendefizit des harten Gaumens. Sie wird häufig erst durch Sprachauffälligkeiten im Kleinkind- oder Schulalter diagnostiziert.
Ernährung & Erstsymptome
Babys mit Gaumenspalte können keinen ausreichenden Unterdruck im Mund aufbauen. Stillen ist meist nicht möglich; Muttermilch kann aber abgepumpt und mit spezialisierten Flaschen gegeben werden (Medela SpecialNeeds, Pigeon, Mead Johnson Cleft Palate Nurser). → Ernährungsseite
Behandlung
Mit rechtzeitigem Gaumenverschluss und logopädischer Begleitung entwickeln die meisten Kinder eine gute, verständliche Sprache; Mittelohrprobleme und eine Hörminderung werden mitbehandelt. Ein Teil der Kinder benötigt weitere Massnahmen, etwa bei velopharyngealer Insuffizienz (näselnder Klang) oder wiederkehrenden Mittelohrergüssen. Regelmässige Kontrollen von Sprache, Gehör sowie Zahn- und Kieferentwicklung begleiten den Verlauf über Jahre. Der individuelle Verlauf ist unterschiedlich und hängt von Begleitbefunden und persönlichen Faktoren ab.
Quellen
Weiterführende Seiten zu diesem Krankheitsbild – Diagnostik, Behandlung, übergreifende Themen und Forschung.
Ausgewählte autoritative externe Quellen zu diesem Krankheitsbild.
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