Medizinische Information
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Spaltbildungen
Von der pränatalen Diagnose bis zum Erwachsenenalter — Schritt für Schritt.
Schädelfehlbildungen
Orientierung bei Verdacht, Diagnose und Behandlung von Schädelformstörungen.
Die Lippen-Kiefer-Gaumenspalte (LKG-Spalte) ist eine der häufigsten angeborenen Fehlbildungen des Gesichts. Sie entsteht, wenn sich Lippe, Kiefer und/oder Gaumen in der Embryonalentwicklung nicht vollständig vereinigen.
Mit heutigen medizinischen Möglichkeiten lassen sich diese Fehlbildungen sehr gut behandeln. Eine frühzeitige, interdisziplinäre Betreuung ist entscheidend für ein optimales Ergebnis.
Die Behandlung erfordert die Zusammenarbeit von Kieferchirurgen, Kieferorthopäden, HNO-Ärzten, Logopäden, Psychologen und weiteren Spezialisten.
Lippen- und LKG-Spalten können häufig bereits im pränatalen Ultraschall erkannt werden. Isolierte Gaumenspalten bleiben vor der Geburt oft unentdeckt – deshalb ist die Diagnose unmittelbar nach der Geburt besonders wichtig.
Die LKG-Behandlung folgt keinem einheitlichen Protokoll. Verschiedene, wissenschaftlich fundierte Konzepte bestehen nebeneinander – die individuelle Anpassung an Spaltform, Anatomie und Patientensituation ist entscheidend.
Lippenverschluss-Techniken (Fisher, Millard), Timing des Gaumenverschlusses, internationale Protokolle (Zürich, Göteborg, Oslo), Kieferspaltosteoplastik und Qualitätsmessung nach ICHOM – ausführlich auf einer eigenen Seite.
Kraniofaziale Fehlbildungen umfassen ein breites Spektrum von Veränderungen des Schädels und Gesichts – von der häufigen lagebedingten Plagiozephalie bis zu komplexen syndromalen Kraniosynostosen. Die Behandlung erfordert ein hochspezialisiertes, interdisziplinäres Team und eine sorgfältige, individuelle Therapieplanung.
Orientierung und Vertiefung zu Schädelformstörungen und syndromalen Kraniosynostosen finden Sie auf den jeweiligen Spezialseiten:
Antworten auf die häufigsten Fragen rund um Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und kraniofaziale Fehlbildungen – gebündelt auf unserer FAQ-Seite.
Alle 26 Fragen ansehen →In der Schweiz wird die Versorgung von Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und kraniofazialen Fehlbildungen durch spezialisierte, interdisziplinäre Teams an Universitätsspitälern gewährleistet. Europaweit sind führende Zentren im Europäischen Referenznetzwerk ERN CRANIO (Europäisches Referenznetzwerk) zusammengeschlossen.
Die nachfolgenden Universitätsspitäler verfügen über spezialisierte, interdisziplinäre Teams für die Behandlung kraniofazialer Fehlbildungen:
Das Europäische Referenznetzwerk für seltene kraniofaziale Anomalien und HNO-Erkrankungen (ERN CRANIO) vernetzt spezialisierte Zentren aus 16 europäischen Nationen nach einheitlichen Qualitätsstandards. Eine aktuelle Übersicht aller zertifizierten Zentren finden Sie unter ern-cranio.eu.
Die American Cleft Palate-Craniofacial Association (ACPA) ist die führende internationale Fachgesellschaft für interdisziplinäre Spaltbehandlung – mit über 2'200 Mitgliedern aus mehr als 60 Ländern, seit 1943. Sie publiziert den Cleft Palate Craniofacial Journal und setzt internationale Standards für Teambehandlung und Forschung.
Zentren, die nach dem ICHOM Standard Set für LKG-Spalten arbeiten, messen Behandlungsergebnisse systematisch an sieben definierten Zeitpunkten. Diese Qualitätstransparenz ist ein wichtiges Kriterium bei der Wahl eines Spaltzentrums.
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