Auch verfügbar in: Deutsch English

Operative Verfahren

Monobloc-Distraktion

Simultane Vorverlagerung von Stirn-Orbita-Region und Mittelgesicht als ein Block – der umfangreichste kraniofaziale Eingriff.

Was ist die Monobloc-Distraktion?

Die Monobloc-Distraktion ist der komplexeste kraniofaziale Eingriff. Sie kombiniert das fronto-orbitale Advancement (FOA) und die Le-Fort-III-Osteotomie in einem einzigen Verfahren: Stirnbein, Orbitarand und gesamtes Mittelgesicht werden als zusammenhängender Block (en bloc) von der Schädelbasis getrennt und über Wochen gemeinsam nach vorne distrahiert.

Wann ist sie indiziert?

Der Monobloc ist Fällen vorbehalten, bei denen beide Regionen — Stirn/Orbita und Mittelgesicht — gleichzeitig behandelt werden müssen:

Unterschied zu FOA + Le-Fort-III separat

Der Monobloc bietet die beste Möglichkeit zur Herstellung einer harmonischen Gesichtsprojektion in einem Schritt. Nachteil: aufwendiger, mehr Planung, höherer Blutverlust und längere Intensivzeit — nur an erfahrenen Zentren durchführbar.

Bei Apert-Syndrom wird häufig die LF2ZR-Osteotomie (Le-Fort-II mit Zygoma-Repositionierung) bevorzugt, die das zentrale Mittelgesicht stärker vorverlegt als die klassische LF3.

Ablauf

Virtuelles chirurgisches Planning (VSP) mit CT-3D-Rekonstruktion ist obligat. Anästhesiologisch ist eine aufwendige Vorbereitung nötig (schwieriger Atemweg, Transfusionsplanung). OP-Dauer: ca. 6–8 Stunden; Intensivaufenthalt von mehreren Tagen. Distraktionsphase und Retention analog zur Le-Fort-III-Distraktion.

Übersicht  ·  Le-Fort-III-Distraktion  ·  FOA  ·  Apert  ·  Crouzon

Häufige Fragen

Was ist eine Monobloc-Distraktion?

Dabei werden Stirn und Mittelgesicht als Einheit nach vorne verlagert. Der Eingriff kann bei bestimmten syndromalen Formen Atmung und Augenschutz verbessern und wird individuell im Team geplant.

Für wen kommt der Eingriff infrage?

Die Indikation hängt von Diagnose, Befund und Beschwerden ab und wird in einem spezialisierten Zentrum sorgfältig geprüft.

Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Angaben zu Kostenübernahme und Versicherungsleistungen sind unverbindlich; massgebend ist die Beurteilung im Einzelfall durch die zuständigen Versicherungsträger. Bei Fragen wenden Sie sich an Ihr Behandlungsteam.